Warum wir Bio-Baumwolle nutzen

Foto: Copyright Jörg Boethling/www.visualina.de

Die gesamte Hirschkind-Modekollektion ist aus Biobaumwolle. Ebenso die Bettwäsche, Kissenbezüge, Schürzen und Beutel. Dass wir Biobaumwolle bevorzugen hat folgenden Hintergrund:

In der kontrolliert biologischen Landwirtschaft sind toxische und nicht abbaubare chemisch-synthetische Pestizide und Düngemittel verboten. Diese verunreinigen das Grundwasser und gefährden auf Dauer die Gesundheit der BaumwollanbauerInnen und BaumwollpflückerInnen, die tagtäglich mit den Giften konfrontiert sind.

Über 10 % aller weltweit eingesetzten Pestizide, darunter einige der gefährlichsten Nervengifte, werden allein im konventionellen Baumwollanbau verwendet. „Bio-Textilien“ sind also nicht nur für die Trägerinnen und Träger der „Bio-Textilien“ gut, sondern auch für Natur, Umwelt und besonders für die BaumwollanbauerInnen von großer Bedeutung. Akute Vergiftungen und tödliche Unfälle sind z.B. in den Baumwollplantagen im Süden der USA an der Tagesordnung, wo die Pestizide mit dem Flugzeug versprüht werden. Die langfristigen Wirkungen des Pestizideinsatzes auf Menschen äußern sich seit Mitte der 1970er Jahre beispielsweise am Aralsee in Form von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und Hepatitis, Atemwegserkrankungen, Krebs, hoher Kindersterblichkeit und Missbildungen.

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Die gesamte Hirschkind-Kleiderkollektion für Erwachsene & Kinder ist aus Biobaumwolle. Die Biobaumwolle für Longsleeves, Röcke und Babybodies stammt aus Tanzania. Die AnbauerInnen bekommen für die Biobaumwolle faire Preise. Auf einem solchen Biobaumwollfeld in Tanzania ist auch unten stehendes Bild aufgenommen worden. Die Fairtrade-Biobaumwolle für unsere Hirschkind-Shirts aus Indien. Die Biobaumwolle für die Biobettwäsche wird in Kirgistan und Uganda angebaut. Auch auf diesen Feldern werden die AnbauerInnen fair bezahlt.

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Bitte beachtet:

 

Unsere Geschirrtücher sind leider (noch) nicht aus Biobaumwolle. Die Geschirrtücher sind handgewebte Fair-Trade-Tücher. Sie werden in Indien in kleinen Familienbetrieben von Hand an Handwebstühlen gewebt und von uns zu fairen Preisen abgenommen. Wir arbeiten dabei mit der Fairhandelsorganisation GEPA zusammen.

Für die indischen Handweberfamilien sind KäuferInnen wie wir aus dem Ausland wichtig, da ihr traditionelles Handwerk immer mehr von nicht-handgewebten Billigalternativen bedroht werden. Als wir uns vor ein paar Jahren auf die Suche nach Fair-Trade-Geschirrtücher gemacht haben, gab es so gut wie keine eindeutig fair produzierten Geschirrtücher und wir waren total froh diese wunderschönen handgewebten Tücher gefunden zu haben. Tücher aus Biobaumwolle gab es damals nicht oder zumindest gelang uns es nicht, eine Quelle für diese aufzutun. Mittlerweile gibt es ein paar (wenn auch vergleichsweise langweiligen) Bio-Alternativen. Und nun standen bzw. stehen wir vor dem Dilemma: Sollen wir den indischen Familienbetrieben unsere regelmäßigen Aufträge entziehen und stattdessen industriell hergestellte Bio-Webware benutzen, die dann "nur" unter fairen Bedingungen gesäumt wurde? Dies ist eines der vielen Dilemmata vor denen mensch machmal steht, wenn es um faire Produktion und faires Handeln steht - oftmals gibt es kein eindeutig richtig oder falsch und auch keine perfekte Lösung. Wir haben uns (vorerst) für die handgewebten Tücher entschieden, auch wenn es aus unserer Sicht nicht konsequent ist, dass sie aus konventioneller Baumwolle sind. Deshalb versuchen wir die Weberkooperativen seit geraumer Zeit davon zu überzeugen, Biobaumwolle zu verwenden - bisher leider noch ohne Erfolg. Wir bleiben aber dran und hoffen, dass es uns gelingt!

Hier könnt Ihr Euch über die WeberInnen informieren.